Suche
Suche Menü

Verletzlichkeit und Mut, passt das zusammen?

„Verletzlichkeit klingt wie Schwäche, das Gegenteil von Stärke, Mut und Selbstbehauptung.“ sagt Martyna Lochstet. Sie ist aktiv mit und für Marketingthemen und bringt sich und die Positive Psychologie in unseren Alltag. Meine Frage an Sie war:

Gehört Verletzlichkeit in die GeschäftsWelt?

„Viele Menschen streben danach, auf keinen Fall verletzlich zu wirken und zu sein sondern selbstbewusst im Leben zu stehen und zu wissen, was man wie erreichen möchte. Es kann sich gut anfühlen, Kontrolle über sein Leben, seine Umwelt und seine Erfahrungen zu haben und von nichts aus der Bahn geworfen werden zu können. Doch der oberflächliche Schein kann trügen.

Brené Brown ist Professorin am Graduate College of Social Work in Houston, Texas. Seit 18 Jahren erforscht sie die Themen Verletzlichkeit, Scham, Authentizität und innere Stärke. Ihr TED-Talk „Die Kraft der Verletzlichkeit“, der über 23 Millionen Mal heruntergeladen wurde, machte sie weltweit bekannt. In ihrem Buch „Verletzlichkeit macht stark: Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden“ definiert sie Verletzlichkeit als einerseits den Kern von Ungewissheit, Risiko, Scham, Angst und dem Gefühl, nicht genug zu sein – andererseits aber auch als Ursprung von Freude, Kreativität, Zugehörigkeit und Liebe. Als Quelle von Hoffnung, Empathie und Authentizität. Verletzlichkeit ist das Erste, was wir im anderen suchen, und das Letzte, was wir von uns preisgeben.

Es gibt vielerlei Situationen, in denen man verletzlich ist: indem man nämlich handelt, ohne zu wissen, welche Folge oder Reaktion hervorgerufen werden kann.

Einige Beispiele:

  • Nein sagen oder um Hilfe bitten
  • Auf ein Date gehen
  • Zuerst sagen „Ich liebe dich“ oder sagen „Ich liebe dich nicht“
  • Einen Freund anrufen, dessen Kind gestorben ist
  • Im Park joggen gehen, auch wenn man nicht in Form ist
  • Sagen, dass man Angst hat
  • Jemanden kündigen oder gefeuert werden

Viele Menschen sind allerdings so beschäftigt perfekt zu sein und ihre Umwelt zu perfektionieren, dass sie ihre eigene Verletzlichkeit ignorieren und betäuben, sei es durch übermäßiges Essen, Einkaufen, Alkohol, Medikamente oder andere exzessive Tätigkeiten. In stillen Momenten jedoch kommt manchmal eine Leere zum Vorschein, welche durch ebendiese Dinge wieder gefüllt werden soll. Dies ist ein oberflächlicher Teufelskreis, dessen Ausweg laut Brown lautet: sich seiner Verletzlichkeit bewusst werden und sich sichtbar machen. Anderen Menschen aufrichtig begegnen, ohne Garantie für einen guten Ausgang. Obwohl man die Antworten nicht kennt, weiß man, dass man genug ist. Es gibt keine Bedingungen, um sich als wertvoll zu sehen. Es muss nichts geleistet werden, keine Ziele erreicht werden oder Blamagen vermieden werden, um ein wertvoller Mensch zu sein.

Denn erst der Mut, nicht perfekt zu sein und Selbstmitgefühl zu haben, erlaubt es laut Brown authentische Verbindungen zu Menschen aufzubauen.

Nun besteht der nächste Schritt darin, diese Erkenntnis in die Welt hinaus zu tragen. Wie weckt man den Mut zur Verletzlichkeit in einer Welt, in der oftmals Ratio und ein kühler Kopf die Empfehlung für wichtige Entscheidungen sind? In der Mails, Textnachrichten und Emojis zur Kommunikation der eigenen Gedanken und Gefühle genutzt werden?

Quellen:

Brown, B. (2010, Juni). Brené Brown: The power of vulnerability [Video].  Abgerufen von https://www.ted.com/talks/brene_brown_on_vulnerability?language=de

Brown, B. (2013). Verletzlichkeit macht stark: Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden. Deutschland: Kailash Verlag.“

Wenn Verletzlichkeit solch hohe Wirksamkeit für den Einzelen hat, dann ist es doch eine wesntliche Quelle für Authentizität und damit auch Basis für Menschliches Wachstum.

Welche Erfahrungen haben Sie?

Was braucht es, um dem Wechselspiel gerecht zu werden?

Wie ist der Umgang mit Scham, als einem der größten Verhinderer?

 

Autor:

Mary Cornelia Bassler

Mediatorin seit 1995 für "Konsens Mediation©" Grundlagen darüber hinaus: Juristin, Anwenderin Positive Psychologie, SyST - Aufstellerin, Psychologische Beraterin, EMDR Therapeutin und Craniosacrale Therapie sowie Trainerin und nlp master coach,

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


%d Bloggern gefällt das: