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„Deep Work“ – ein Erfolgskonzept für die Arbeitswelt 4.0?

Der amerikanische Wissenschaftler Cal Newport stellt in seinem neuen Buch „Deep Work“ eine spannende These auf: Der typische Wissensarbeiter verliere immer mehr die Fähigkeit, konzentriert an einer anspruchsvollen Tätigkeit zu arbeiten. Stattdessen verbringt er seine Zeit mit dem Beantworten von E-Mails, dem Management von digitalen Tools und dem Verwalten von Informationen.

Dabei wird „Deep Work“ ein entscheidender Erfolgsfaktor in der neuen digitalisierten Arbeitswelt 4.0 sein, in der Wissen die wichtigste Ressource ist. Was genau versteht man nun unter „Deep Work“? Cal Newport definiert zwei Arten von Arbeit:

„Deep Work“ – hochkonzentrierte Arbeit „Shallow Work“ – „seichte“ Arbeit“
Arbeit, die ohne Ablenkung durchgeführt wird und einen an die Grenze seiner kognitiven Fähigkeiten bringt.

Sie schafft echten Mehrwert und lässt sich nur schwer replizieren.

Arbeit, die geistig wenig anspruchsvoll ist und die oft in einem Zustand von Ablenkung ausgeführt wird.

Diese Art der Arbeit ist eher einfach und durch kurzes Anlernen der Mitarbeiter ausführbar.

 

Und wie ist es um die Verteilung von Deep und Shallow Work bestellt? Eine McKinsey Studie von 2012 belegt, dass der typische Wissensarbeiter in der Woche

  • Mehr als 60 % seiner Zeit mit elektronischer Kommunikation und Internetrecherchen verbringt und
  • Davon fast 30 % nur das Verfassen und Beantworten von Emails ausmachen.

Der Anteil an wertschöpfender „Deep Work“ lässt sich also in unserem täglichen Arbeitsleben steigern. Cal Newport hält verschiedene praktische Tipps bereit.

So steigern Sie den Anteil an „Deep Work“:

  • Nehmen Sie sich bewusst Zeit für „Deep Work“: schaffen Sie Platz für hochkonzentrierte Arbeit in Ihrem Kalender. Je nach Möglichkeit können Sie dafür tage- oder stundenweise Blöcke wählen. Wichtig ist es, gewisse Rituale zu schaffen, die auch tatsächlich eingehalten werden. Ein weiterer hilfreicher Ansatz ist es, für „Deep Work“ einen anderen Arbeitsort zu wählen. Als prominentes Beispiel nennt Newport die Autorin J. K. Rowling. Sie schrieb das letzte Buch der Harry Potter Serie auf dem schottischen Schloss Balmoral anstatt an ihrem Schreibtisch. Wie lässt sich dies auf den typischen Wissensarbeiter übertragen? Ein pragmatischer Ansatz kann das Verrichten von „Deep Work“ im Mobile Office sein.
  • Begrenzen Sie Ihre digitalen Aktivitäten, vor allem im Bereich Social Media und Infotainment. Tools wie Facebook und Twitter fragmentieren unsere Aufmerksamkeit und Zeit. Da man in den seltensten Fällen ganz darauf verzichten kann, empfiehlt der Autor ganz gezielt nur die Online-Tools und Plattformen zu nutzen, die für den beruflichen Erfolg oder das private Wohlbefinden wirklich sinnvoll sind.
  • Reduzieren Sie „Shallow Work“. Um den Anteil nicht wertschöpfender Tätigkeit zu reduzieren, empfiehlt der Autor verschiedene Lösungen. Dazu zählen z. B. das Einhalten fester Arbeitszeiten und der Verzicht auf nicht dringend nötige Dienstreisen. Die zeitliche Begrenzung führt automatisch zu einem Fokus auf die wirklich relevanten und wertschöpfenden Tätigkeiten.
  • Lernen Sie, Langeweile zu genießen: widerstehen Sie der Versuchung, Wartezeiten mit dem Blick auf Ihr Smartphone zu überbrücken. Untersuchungen des Professors Clifford Nass an der Stanford Universität zeigten, dass der ständige Wechsel zwischen Themen und Inhalten, wie er typisch für Smartphone-Benutzer ist, unsere Fähigkeit, sich wirklich zu konzentrieren, verringert. Doch Aufmerksamkeit ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann. Hilfreich dafür kann auch die sogenannte „Produktive Meditation“ sein: nutzen Sie Zeiten, in denen Sie körperlich aktiv sind, z. B. beim Joggen, Schwimmen oder Radfahren, um konzentriert über ein berufliches Thema nachzudenken. Der Vorteil ist, dass Sie keine zusätzliche Zeit investieren müssen und gleichzeitig sich auch nicht mit anderen Tätigkeiten, wie Internetsurfen, ablenken können.

Wer es also schafft, einige Deep Work Routinen in seine Arbeit zu integrieren, ist damit in bester Gesellschaft und gleichzeitig auf dem Weg zu mehr Produktivität.

Quelle: Newport, C. (2016) Deep Work. Rules for focused success in a distracted world. USA: Grand Central Publishing

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